DSOL Runde 6 – ein tristes Spiel

In der heutigen 6. Runde gegen die SF Hamburg haben Jens, ich (Sören), Stephan und Börge leider keine positiven Akzente für diesen Bericht setzen können:

  • Jens hatte unten rechts Weiß und er ist am Zug. Wie ist die Stellung einzuschätzen?
  • Oben links hatte ich Schwarz. Wie kann mein Gegner mit Weiß in der Stellung endgültig durchbrechen?
  • Unten links hatte Stephan Schwarz und ist am Zug. Wie ist 1. …b5 einzuschätzen?
  • Börge hatte oben rechts Weiß. Wie kann sein Gegner in Vorteil kommen?

Börges Partie (oben rechts) wurde zuerst beendet. Er war aus meiner Sicht eigentlich mit einer ganz brauchbaren Stellung aus der Eröffnung gekommen, fand dann aber keinen Plan, sodass der Gegner die Initiative und die bessere Stellung übernahm. Nach 1. … Lc4 gewinnt Schwarz hier schon die Qualität, woraufhin Börge entnervt aufgab.

Dann verlor Jens (unten rechts). Er hatte seinen Gegner aus der Eröffnung heraus in Verlegenheit bringen wollen, indem er eine theoretische Nebenvariante spielte, brachte sich dadurch aber nur selbst in Verlegenheit. Infolgedessen verbrauchte er viel Zeit (teilweise ohne es zu merken) und verlor die Stellung unten rechts durch Zeitüberschreitung. Die Stellung ist aber auch schon deutlich schlechter, da sich schwarze Wolken bedrohlich an seinem Königsflügel zu einem Gewitter gegen den weißen König sammeln.

Stephan (unten links) sorgte dann für das einzig positive „Highlight“ in diesem Bericht, indem er remis spielte. 1. … b5 wäre thematisch und sehr zweischneidig. Der Computer bewertet es allerdings mit ca. +1 Bauern für Weiß und schlägt dagegen Stephans Zug 1. …Sd7 vor und bewertet es um 0,1-Bauerneinheiten besser (also mit +0,9 für Weiß). Vor diesem Hintergrund (beide Züge „objektiv“ wohl mehr oder weniger gleichwertig) und auch allgemein hätte das risikoreiche 1. …b5 mir persönlich besser gefallen, weil das Spiel nun durch ein starkes Ungleichgewicht interessant wird. Eine mögliche Variante wäre 2. a4 b4 3. Se2 La6, wonach die schwarzen Figuren zwar immer noch etwas merkwürdig stehen und vor allem die Bauern c6 und e6 schwach sind. Dagegen sind aber der Sd5 und die Bauern auf b4 und c4 stark. Ein denkbarer Plan zur schwarzen Figurenentwirrung wären die Züge Dc7 gefolgt von Sd7. Wie schon geschrieben verlief die Partie anders. Nach 1. …Sd7 2. Sxc4 hatte Weiß seinen vorher geopferten Bauern zurück gewonnen und die Partie verlief danach aus meiner Sicht im relativen Gleichgewicht, bis es durch eine dreimalige Stellungswiederholung zum Remis kam.

Um die goldene Ananas beim Stand von 2,5 zu 0,5 spielte also nur noch ich (oben links). Eigentlich gefiel mir meine Stellung aus der Eröffnung heraus. Ich konnte eine latente weiße Initiative aber nie gänzlich ausbremsen und fand dann vielleicht auch nicht den besten Plan. Beim Übergang zum Endspiel wählte ich schließlich ein Bauernopfer, um seine Bauernstruktur langfristig zu zerstören und um meine Stellung nicht passiv verteidigen zu müssen. Leider kam ich trotzdem nicht so richtig aus der Passivität heraus. Stück für Stück wurde ich zurückgedrängt und verlor noch einen zweiten Bauern. In der Stellung kann Weiß mit 1. Sf3+ Kf5 2. Sd4 Se6+ 3. Ke3 Kxe5 4. c7 final durchbrechen und gewinnen.

Damit haben wir vollkommen verdient 3,5 zu 0,5 verloren. In der Tabelle bleiben wir damit auf dem 5. Platz. Nächste Woche Freitag, den 26. März, spielen wir dann die letzte Runde gegen den SC Weisse Dame aus Berlin und hoffen auf ein versöhnliches Saisonende.

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