DSOL Runde 2 – Knapp daneben Teil 2…

  1. Brett: Jens hatte Schwarz (Diagramm unten rechts), Endstellung.
  2. Brett: Ich (Sören) hatte Weiß (oben links). Wie ist 1. Sxd4 zu bewerten?
  3. Brett: Michael hatte Weiß (unten links). Wie gewinnt Weiß?
  4. Brett: Stephan hatte Schwarz (oben rechts). Wie sollte Schwarz weiterspielen?

In der zweiten Runde der DSOL spielten wir heute gegen den SV Hemer und wollten die Scharte der knappen Erstrundenniederlage wieder auswetzen. Wir spielten wieder mit derselben Aufstellung und waren nominell auch wieder etwas unterlegen (wobei das bei der Ausgeglichenheit der Liga kein allzu großer Faktor sein sollte). Vor dem jetzt folgenden Bericht noch ein Hinweis: Ich habe meine subjektiven Aussagen nicht mit einer Engine geprüft, Fehler und Verbesserungen also bitte gerne in die Kommentarspalte eintragen.

Wie in der ersten Runde wurde ich als erster fertig. In der Diagrammstellung (oben links) überlegte ich länger an der Variante 1. Sxd4 cxd4 2. Sxb5 Db6 3. a4 a6 4. Sa3 und kam zu dem Schluss, dass ich diese spielen könne; ich würde nämlich einen Bauern gewinnen, aber meine Leichtfiguren sind nicht optimal positioniert, eine aus meiner Sicht ausgeglichene, zweischneidige Stellung. Natürlich hat Schwarz auch die Option 1. … Lxd4 aber dann plante ich 2. Le3 und dachte, dass mir der Leichtfigurentausch positionell zu Gute kommen müsste. Leider übersah ich aber, dass 2. … Lxe3 meine Dame nach e3 hinlenkt und das Feld d4 räumt. Nach 3. Dxe3 d4 hängt einfach eine Figur. 1. Sxd4 war ein katastrophaler Fehler. Ich versuchte noch einige Züge, einen Angriff zu starten oder meinen Gegner zu taktischen Fehlern zu verleiten. Mein Gegner leistete sich aber keinen so groben Bock wie ich, sodass ich einige Züge später dann auch aufgab. 1. Sd1 oder auch 1. e5 (um den Sd4 zu befragen) wären bessere Züge gewesen.

Zum Glück konnte Michael dann meine Niederlage ausgleichen. Er hatte früh in der Eröffnung einen Bauern geopfert. Dafür aber lang anhaltenden Druck auf die schwarze Stellung erreicht und Schwarz zu positionellen Zugeständnissen gezwungen (siehe Diagrammstellung unten links). Diese nutzte er dann aber nicht etwa nur zu einem Bauerngewinn und langsamen Endspielsieg – vielmehr wurde die schwarze Stellung mit 1. Lxd5 cxd5 2. Txb4 Da7 3. Tb7 zerstört. Die schwarze Dame ist verloren und Michael hatte keine Probleme diesen Vorteil zum Sieg zu verwerten (sein Gegner hatte ebenfalls noch einige Züge weitergespielt).

Es folgte Jens mit einem Remis (siehe Diagrammstellung unten rechts). Seine Partie schien mir die ganze Zeit recht ausgeglichen. Bei schon reduziertem Material gewann er dann einen Bauern. Doch die schwarze und weiße Stellung waren beide so offen, dass es mehr auf das Figurenspiel als auf einen einzelnen Mehrbauern ankam. Im Figurenspiel hielten sich die Kräfte aber die Waage und Jens gab ein wenig später seinen Bauern zurück. In der Diagrammstellung einigte er sich mit seiner Gegnerin dann auf ein Remis, die Stellung ist mir immer noch hochgradig unklar und es ist nachvollziehbar, dass beide Seiten sich für ein Remis entschieden haben, um das Risiko einer Niederlage zu vermeiden.

Beim Stand von 1,5 zu 1,5 musste also die Partie von Stephan die Entscheidung bringen. Wie in der ersten Runde nahm auch diese Partie ein bitteres Ende. Stephan hatte sich in der Eröffnung mit einem ungesunden Bauernzug in positionelle Schwierigkeiten gebracht, löste diese Probleme aber durch druckvolles Spiel und Übernahme der Initiative. Zwischenzeitlich hatte ich sogar Hoffnung, dass er gewinnen könne. Allerdings geriet er wieder in Zeitnot. In der Diagrammstellung (oben rechts) kam er dann mit weniger als einer Minute auf der Uhr leider vom rechten Weg ab, die Partie nahm folgendes Ende: 1. … Txa3 2. De8+ Kg7 3. De5+ Kg8 4. Td1 Tc3 5. Dg5+ Kf8 6. Dh6+ Kg8 7. Te1 De6 8. Txe6 fxe6 9. Dg6+ 1:0 Ob die Partie ab dem zweiten Zug noch irgendwo zu retten war, habe ich jetzt nicht geprüft. Am einfachsten hätte man in der Diagrammstellung mit 1. … Tc1 2. Td1 Txd1 3. Dxd1 Dc2 das Remis halten können, denn Weiß muss sich jetzt mit Dauerschach durch 4. Dg4 begnügen, wenn er nicht verlieren will.

Damit haben wir die zweite Runde wie auch schon die erste Runde denkbar knapp und ärgerlich mit 2,5 : 1,5 verloren. Eine eventuelle Qualifikation für die KO-Runde (die ersten beiden qualifizieren sich) erscheint mir damit nun schon praktisch unmöglich. Das ist aber kein Weltuntergang, da es für uns in der Liga sowieso „nur“ um das Spielen an sich geht und das können wir in den nächsten Runden noch genug. Das nächste Spiel ist bereits in 5 Tagen am Mittwoch, den 10. Februar, gegen den SK Lehrte. Die Tabelle und alle weiteren Ergebnisse findet man auf der Seite der DSOL.

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