Märchenschach aus 1001-Nacht

Als Mansube (arabisch für Aufstellung oder Anordnung) bezeichnete man Schachkompositionen im arabischen Schachspiel. Die Zugregeln sind die gleichen wie heute mit folgenden Ausnahmen: Der Elefant kann anders als der heutige Läufer nur exakt zwei Felder diagonal springen (in der Aufgabe unten also nach f1 oder f5). Die Bauern werden durch die Umwandlung zu einem Wesir, der anders als die heutige Dame nur jeweils ein Feld in diagonaler Richtung gehen kann (also ziemlich schwach ist). Die berühmteste Mansube stammt von Abu-Bakr as-Suli, wurde um 946 erstellt und ähnelt einem Märchen aus 1001-Nacht:

Einst spielte der schachbegeisterte, aber oft glücklose Murwardi, Großwesir des Kalifen, eine Schachpartie. Nachdem er bereits etliche Partien und damit auch sein ganzes Hab und Gut verspielt hatte (es wurde immer um Geld gespielt), begann er die Partie mit der festen Überzeugung, dass seine Pechsträhne ja mal enden müsse. Deshalb wählte er als letzten Einsatz seine über alles geliebte Lieblingsehefrau Dilaram.

Doch, oh weh, auch diese Partie verlief wie die übrigen: Murwardis Position wurde immer schlechter und schon war sein Gegner mit den schwarzen Steinen drauf und dran, ihn Matt zu setzen. Gerade als Murwardi aufgeben wollte und schon voller Trauer an die ihm bevorstehenden freudlosen Jahre ohne seine geliebte Dilaram nachdachte, flüsterte jene ihm ins Ohr (sie hatte die Partie ängstlich verfolgt): „Opfere deine beiden Türme und rette so deine Frau.“ –

Kannst du die Rettung für Weiß am Zug finden (beachte die veränderten Zugregeln, siehe oben)?

Zwar ohne solch eine Geschichte dafür aber vielleicht um so ästhetischer in der Spielführung sind die folgenden beiden Mansuben aus dem 10. und 13. Jahrhundert. Hier gewinnt Weiß am Zug ebenfalls.

Die Bilder und Diagramme wurden aus wikipedia entnommen.

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