Verbandsliga A, Runde 8 – vor dem Saisonfinale

Vor dem heutigen Spiel gegen Flensburg war uns nicht ganz klar, was wir von dem Spiel erwarten sollten. Wenn bei uns beiden die Top 8 gespielt hätten, wäre es ein Spitzenspiel auf Augenhöhe gewesen. Nur hatten wir beide bisher selten dieses Glück und mussten uns im Laufe der Saison der ganzen Breite unserer jeweiligen Kader bedienen. Es stellte sich also die Frage, wer die bessere Mannschaft aufbringen konnte bzw. bei wem die Reservespieler stechen.

Nachdem wir mit kurzer Verspätung auf Grund einer baubedingten Umleitung ankamen, konnten wir sofort mit den Partien beginnen und mussten feststellen, dass wir auf dem Papier favorisiert waren. Wolfgang nahm diese Rolle an Brett 5 sehr beherzt an und drohte seinen Gegner schon aus der Eröffnung heraus mit einem Bauernsturm am Königsflügel an die Wand zu walzen. Sein eigener König stand auf e2 dagegen in geschlossener Stellung nur optisch merkwürdig. Kurze Zeit später gewann er dann auch schon im Mittelspiel die Dame und die Partie. Leider machte es Horsts jugendlicher Gegner an Brett 7 Wolfgang nach und zerrupfte seinerseits Horsts Stellung, was zum relativ schnellen Ausgleich führte. In der Folge entwickelte sich ein lange Zeit ausgeglichenes Spiel.

Durch sein Schwarzremis in unklarer Stellung an Brett 4 hielt Jürgen die Spannung aufrecht. Durchbrochen wurde diese dann durch einen Schwarzsieg von Werner an Brett 8. Im höheren Sinne war das Spiel damit schon fast gelaufen, da die Flensburger sich zwischenzeitlich hier Hoffnungen auf einen Punkt machen konnten. Denn Werner hatte eigentlich eine Qualität weniger. Er suchte und fand aber Kompensation im Königsangriff, der dann nach gegnerischen Fehlern von Erfolg gekrönt war. Börge hielt an Brett 6 sein Turmendspiel mit Minusbauern (diesen hatte er im frühen Mittelspiel verloren, dafür hatte er aber immer etwas Initiative) dann auf Grund seiner besseren Struktur am Damenflügel und seiner höheren Turmaktivität relativ leicht remis. Als Michael an Brett 3 dann seine positionell vorteilhafte Partie durch gezielte taktische Schläge zum Sieg veredelte, stand es schon 4:2 für uns.

Anders als noch gegen Itzehoe ließen wir uns hier aber nicht mehr die Butter vom Brot nehmen. Jens hatte nämlich an Brett 1 ein gewonnenes Turmendspiel erreicht, das er dann auch sehr sicher gewann. Einzig meine Partie (Brett 2) mit unübersichtlichen Komplikationen blieb übrig. Zuerst hatte mein Gegner starken Druck und einmal eine gute Gelegenheit auf Vorteil (+3). Nach einigen Ungenauigkeiten meines Gegners konnte ich dann das Blatt wenden und über mehrere Züge heftigsten Druck auf den gegnerischen König ausüben, ohne jedoch in Zeitnot und in komplexer Stellung die Entscheidung zu finden (der Computer ist da natürlich kaltblütiger, seine Bewertung ging von -5 bis -10; zu meiner Entschuldigung sei gesagt, dass es keinen einfachen zwei- oder dreizügigen Gewinn gab). Nach der Zeitnotphase war die Stellung dann leider verflacht, sodass wir uns auf Remis einigten, das Spiel war für den Mannschaftskampf sowieso schon bedeutungslos.

Mit diesem 5,5 : 2,5 konnten wir unseren zweiten Platz verteidigen und gleichzeitig den Schachfreunden Burg im Nacken bleiben (siehe Tabelle beim Ergebnisdienst des Schachverbands (Hinweis: zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Beitrags fehlt unser Ergebnis noch in der Tabelle)). Wir liegen zwar einen Punkt hinter Burg, treffen im letzten Spiel aber direkt aufeinander, sodass es ein echtes Finale um die Meisterschaft am 12. Mai gibt. Man darf gespannt sein, wer sich hier durchsetzt…

Sören Koop

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