Landesliga, Runde 1 (Nachholspiel) – Fehlstart perfekt

In dem heutigen Nachholspiel gegen Norderstedt II (noch mal ein Dankeschön, dass eine Verlegung möglich war) hatten wir uns was ausgerechnet, da Norderstedt die Bretter 1,3 und 4 nicht zur Verfügung standen (sie waren bereits in der Oberliga eingesetzt worden). Doch dann fielen bei uns leider doch noch mehr Spieler aus als erwartet, sodass vom Papier her ein ausgeglichener Kampf zu erwarten war, wobei wir wahrscheinlich sogar noch leicht favorisiert waren.

Leider wurden wir diesen Erwartungen in keinster Weise gerecht. Der Kampf begann zunächst harmlos mit einem Weißremis von Andreas T. (Brett 7). Hier wurden nur 10-15 Züge gespielt, sodass es zu der Partie nicht viel zu sagen gibt, außer dass von Andreas‘ Uhr schon viel Zeit abgelaufen war. Dann verlor leider Volker (Brett 6). Er hatte im Mittelspiel einen Bauern verloren und dann versucht, das Leichtfigurenendspiel zu halten. Dies gelang leider nicht. Das hätte eigentlich noch kein Beinbruch sein müssen, da Stefan (Brett 3) glatt auf Gewinn stand. Umso erstaunter war ich dann, kurze Zeit später hören zu müssen, dass Stefan verloren habe. Bei dem Versuch, gegnerisches Gegenspiel auszuschalten, übersah Stefan leider ein zweizügiges Zwischenmatt (siehe Aufgabe) – eine echte Tragikomödie. Das war im höheren Sinn der Genickbruch.

Bis zum nächsten Partieende dauerte es wieder ein wenig, doch leider entwickelten sich die Partien nicht mehr zu unseren Gunsten. Olaf (Brett 8) hatte eine Qualität weniger, dafür aber einen Mehrbauern am Damenflügel, der gleichzeitig ein Freibauer war. Hier hatte ich noch Hoffnung, doch offenbar hat das Gegenspiel nicht gereicht. Jedenfalls verlor Olaf zum zwischenzeitlichen 0,5 zu 3,5. Kurz nacheinander spielten dann Michael (Brett 5) und Stephan (Brett 6) remis. Michael hatte im Damenendspiel einen Bauern weniger (ein klassisches 4 gegen 3 Bauern stand auf dem Brett), das Unentschieden war unausweichlich. Stephan hatte auch einen Bauern weniger, durch seine Figurenaktivität aber Kompensation. Der „Partieabbruch“ mit Remis war bei diesem Spielstand wahrscheinlich das Vernünftigste. Kurz darauf spielte auch ich (Brett 2) remis. In einer sehr ruhigen und ausgeglichenen Stellung hatte ich auf Grund des schlecht verlaufenden Gesamtergebnisses mächtig Öl ins Feuer gegossen und war anschließend froh, dass meine Stellung hielt. In dem entstandenen Endspiel hatte ich dann wieder einen Hauch von Initiative, doch mein Gegner neutralisierte alle meine Ideen und fiel auch auf meinen letzten Trick (ein vergifteter Bauer) nicht hinein. Das Remis war folgerichtig. Jens (Brett 1) kämpfte im Doppelturm-und-Läufer-Endspiel bis zum Schluss gegen den gegnerischen a-Mehrbauern, der leider auch noch ein entfernter Freibauer war. Sukzessive verschlechterte sich seine Stellung bis er letztendlich auch noch verlor.

2:6 ist eine herbe Niederlage – besonderes wenn man bedenkt, dass wir uns Punkte erhofft hatten. Die Marschrichtung „Klassenerhalt“ bleibt weiterhin gleich und noch ist nichts entschieden. Mit diesem Fehlstart im Rücken wird es aber nicht leichter werden. Insgesamt scheint uns auch die Durchschlagskraft zu fehlen (erst ein Sieg aus 16 gespielten Partien). Um eine Chance auf den Klassenerhalt zu haben, sollten wir das möglichst bald ändern – am besten im nächsten Spiel am 24.11. gegen Eckernförde.

Die aktuelle Tabelle gibt es wieder beim Ergebnisdienst des Schachverbands. Einen Bericht aus der Sicht unserer Gegner gibt es auf der Homepage des SK Norderstedt. Abschließend auch noch die „Stellung des Tages“ aus der Partie von Stefan:

Weiß am Zug

1. gxh5 gewinnt natürlich einfach. Dies hatte Stefan auch gesehen. Er dachte aber, dass 1. …Sxf3+ 2. Sxf3 Lxf3 3. Txf3 Txb2 in der Gewinnführung noch etwas lästig sein könnte. Nach 4. d5 wäre die schwarze Stellung aber wirklich aufgabereif (diesen Zug hatte Stefan nicht mehr gesehen).

Um die oben genannten „Komplikationen“ zu vermeiden, entschied sich Stefan stattdessen für 1. Txd2 Txd2 2. gxh5 Hier dachte er, dass für Schwarz nichts mehr ging, musste aber entsetzt feststellen, dass das nach 2. … Tc8 für ihn galt (das Matt durch Tc1 ist unabwendbar). Eine bittere Pille…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.