Fide-Grand-Prix in Hamburg

Am letzten Samstag besuchten 12 Schachenthusiasten aus unserem Verein das Rückspiel der Finalpartie des Fide-Grand-Prix zwischen Jan-Krzysztof Duda (Polen) und Alexander Grischuk (Russland) in Hamburg. Anschließend gingen wir noch gemeinsam beim Brasilianer essen. Anlass dafür war das 40-jährige Bestehen unseres Vereins.

Zu dem Finale lässt sich Folgendes sagen: Großes Schach! Zunächst sah es nach einer ruhigen, positionellen Partie aus, doch dann gewann die Partie sehr plötzlich und sehr schnell an Schärfe, als Duda einen geopferten Bauern auf d5 schlug. Das Brett brannte, als Grischuk noch eine Figur opferte. Duda schien der Körpersprache nach kurz vorm Verlust, verteidigte sich aber ausgezeichnet, gab das Material zurück und erreichte ein ausgeglichenes Endspiel mit Dame und Turm auf beiden Seiten. Grischuk versuchte noch zu gewinnen, dies erwies sich aber als unmöglich. Das Remis war aber zum Glück für die Zuschauer alles andere als langweilig, dafür gebührt beiden Spielern ein Dankeschön (ich hatte nämlich Angst vor einer großmeisterlichen Kurzremispartie) – auch wenn Sie das hier wohl kaum lesen werden. Bei chessbase kann man die Partie nachspielen.

„Großes Schach“ kann man zu den Rahmenbedingungen für die Zuschauer leider nicht sagen. Zwar bot der Saal im Theater Kehrwieder eine schöne Atmosphäre, sodass man die Spannung spüren konnte, und man konnte auch außerhalb des Saals analysieren (was wir auch taten). Ansonsten gab es aber nicht viel. Für Speis und Trank war genau genommen gar nicht gesorgt, es gab lediglich einen Cola-und Schokoriegelautomaten. Vor dem Turnier hatte es außerdem nur sehr spärlich Informationen bezüglich der Tickets gegeben (nur durch beharrliches Nachforschen habe ich die Tickets schließlich im Vorverkauf gefunden – dies wäre angesichts der Zuschauerzahl aber wahrscheinlich gar nicht nötig gewesen) und diese waren mit ca. 36 € auch recht teuer (das teuerste VIP-Ticket kostete sogar stolze 11.900 € – mich würde interessieren, ob es verkauft wurde).  Hier könnte die Fide bzw. der Organisator Agon noch leicht Verbesserungen erreichen, die auch wohl mehr Zuschauer anziehen würden.

Nach dem Spiel mussten wir noch einige Zeit überbrücken und taten dies auf der Plaza der Elphi, wobei wir natürlich nur als Einzelpersonen anwesend waren (für Gruppen kostet die Plaza Eintritt, für Einzelpersonen nicht; selbst die Kassiererin scheint das nicht für sinnvoll zu halten, da sie uns darauf hingewiesen hat).

Beim anschließenden Essen im Panthera Rodizio konnten wir uns dann endlich stärken und ließen diesen gelungen Tag ausklingen.

Das Finale gewann übrigens Alexander Grischuk nach einem dramatischen Tiebreak am Sonntag (siehe Bericht von chessbase). Er ist damit so gut wie sicher für das Kandidatenturnier qualifiziert. Schiedsrichter für das Turnier war Jens Wolter, der aus Bargteheide stammt. Damit war er auch der einzige deutsche „Teilnehmer“ (für die gesamte Grand-Prix-Serie hat sich leider kein Deutscher qualifizieren können).

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