Landesliga, Runde 2 – Von den hoch hängenden Trauben

Ähnlich wie der Fuchs in der Fabel, so könnten wir uns heute rausreden: „Lübeck II ist kein Konkurrent im Abstiegskampf, also brauchen wir die Punkte auch nicht“ (mit der gewagten Annahme, dass wir die gegen die direkte Konkurrenz holen). Allerdings muss ich zugeben, dass die Niederlage für mich heute doch ein kleiner Dämpfer war. Für unser Comeback hatte ich bei guter Aufstellung unsererseits (wir mussten nur Helge ersetzen) doch auf eine Überraschung (wie anno dazumal 2013, als wir 5:3 gewonnen hatten) gehofft.

Dass es dazu nicht kam, lag aber u.a. an mir (Brett 2). Im Mittelspiel spielte ich etwas inspirationslos, musste mich passiv verteidigen, wählte den wohl falschen Aufbau und erreichte eine Lehrbuchstellung zum Thema schlechter Läufer gegen guter Springer. Leider hatte ich den Läufer… 0:1. Zuvor hatte bereits Matthias (Brett 8) verloren. Sein Gegner hatte aus der Eröffnung heraus eine angenehme Stellung mit einem starken Springer auf c5 erreicht. Das genaue Ende hatte ich nicht gesehen (wie bei eigentlich allen anderen Partien), der positionelle Druck wird aber wahrscheinlich zu groß gewesen sein. Michael (Brett 6) hatte remis gespielt. Nach einer taktischen Schlacht hatte er eine Qualität mehr. Bei nur je drei Bauern auf dem Königsflügel war hier aber nicht mehr herauszuholen, da Michaels Bauernstruktur total zerrupft war.

Beim Stand von 0,5 : 2,5 hatte ich nur noch wenig Hoffnung, doch dann gewannn Jens (Brett 1). Er hatte in der Eröffnung einfach einen Gambitbauern genommen und diesen kategorisch verteidigt. Die Partie wurde unter Zeitnot schließlich taktisch, hierbei hatte Jens dann das bessere Ende für sich. Trotz dieses Sieges musste man aber schon sehr opimistisch sein, um noch an einen Punkt von uns zu glauben: Stefan (Brett 3) stand zwar wohl auf Gewinn. Wolfgang (Brett 4), Stephan (Brett 6) und Jürgen (Brett 7) standen alle schwierig. Stephan versuchte zwar mit der Figurenkonstellation Turm und zwei Bauern gegen zwei Leichtfiguren Aktivität zu generieren, die Figuren seines Gegners waren aber zu gut koordiniert, sodass die Niederlage folgerichtig war. Auch Jürgen konnte dem Druck der gegnerischen Figuren in seinem Lager bald nicht mehr standhalten, sodass der Mannschaftskampf schon verloren war. Stefan verdarb seine Gewinnstellung (Dame + Springer + 5 oder 6 Bauern gegen Dame + Turm) durch ein zugelassenes Dauerschach zum Remis. Wolfgang hingegen rettete sich irgendwie ins Remis (trotz eines Bauern weniger und zwei gefährlichen verbundenen Freibauern, die gegen ihn standen).

Am Ende steht damit eine verdiente 2,5 zu 5,5 – Niederlage. Lübeck II hat das heute insgesamt souverän gemacht und der doppelte Punktgewinn war für sie nie ernsthaft in Gefahr. Wir haben aber schon nächste Woche die Chance, die Scharte im Nachholspiel am 3.11. gegen Norderstedt II auszuwetzen. Mal sehen, wie hoch die Trauben dort hängen. Die weiteren Ergebnisse und die Tabelle dieses Spieltages gibt es beim Ergebnisdienst des Schachverbands

Sören Koop

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