Verbandsliga A, Runde 6 – Nerven gezeigt und doch gewonnen

Beim heutigen Auswärtsspiel gegen Rendsburg erwarteten wir ein ausgeglichenes Spiel, wobei wir hofften, unserer leichten Favoritenrolle gerecht zu werden. An Rendsburg hatten wir jedenfalls gute Erinnerungen, da wir im letzten Jahr mit einem 4:4 nach zuvor vier Niederlagen die Aufholjagd in Richtung Klassenerhalt begonnen hatten.

Das Spiel entwickelte sich dann auch früh zu unseren Gunsten. Der König von Volkers Gegner (Brett 7) rochierte nie und stand trotz verschwundener Damen immer etwas wacklig im Zentrum. Als der Gegner dann noch eine Qualität opferte, hatte Volker auch Materialvorteil. Diesen brachte er ins Endspiel und verwertete ihn sicher. Nahezu gleichzeitig spielte Michael an Brett 3 remis. Die Partie war durchweg positionell verlaufen, ohne dass irgendeine Seite nennenswerte Vorteile erlangen konnte. Diesem Ergebnis folgte ich (Brett 2). Auch meine Partie war über weite Strecken positionell verlaufen. Am Ende hatte ich zwar einen Bauern weniger, ungleichfarbige Läufer und die aktiveren Türme bedeuteten aber genug Remispotenzial. Nach unseren verkorksten Partien gegen Itzehoe mit haarsträubenden Fehlern haben wir beide heute immerhin nichts anbrennen lassen. Noch bevor ich meine Partie remisierte, hatte aber Wolfgang schon gewonnen. Er hatte seinen Gegner aus der Eröffnung heraus vor allem auf den schwarzen Feldern unter Druck gesetzt. Im Endspiel war der Durchmarsch seines b-Bauern nach weiteren Ungenauigkeiten des Gegners schließlich nur noch durch ein Turmopfer zu vermeiden. Anschließend versuchte der Gegner noch Initiative zu entfalten. Wolfgang erstickte diese jedoch im Keim und gewann mit einem Mehrturm sicher. Beim Zwischenstand von 3:1 sollte nun nicht mehr viel anbrennen. Zwar hatte Matthias (Brett 8) einen Bauern im Turmendspiel weniger und Jürgens Partie (Brett 4) stand mit beiderseitigen Chancen dynamisch ausgeglichen. Doch Jens (Brett 1) hatte eine Qualität sowie einen Bauern und Andreas (Brett 6) einen Bauern bei starker Angriffsstellung mehr.

Doch nun fingen wir an Nerven zu zeigen. Zunächst verlor Matthias. Vielleicht gab es zwischenzeitlich ein theoretisches Remis (keine Ahnung), aber seine junge Gegnerin spielte und überspielte Matthias überzeugend und mit guter Technik. Damit hätte man noch rechnen können. Dass aber Jens von Michael und mir mit der Erroritis aus dem Itzehoespiel angesteckt worden war, war nicht vorherzusehen. Er stellte jedenfalls Qualität und Mehrbauern wieder ein. Immerhin verlor er aber nicht noch, sondern spielte daraufhin remis. Und auch bei Andreas lief nicht alles glatt. Sein Gegner hatte Gegendrohungen aufgestellt. Bei richtiger Spielweise hätte Andreas diese aber durch einen noch stärkeren Mattangriff seinerseits bedeutungslos machen können. Er verlor aber die Nerven und begann plötzlich auf Verteidigung umzuschalten und bot remis. In objektiv schlechterer / verlorener Stellung nahm sein Gegner dankend an. Wir führten zwar immer noch mit 4:3, doch nun kam es tatsächlich sogar noch auf Jürgens Partie an. Er ließ sich aber nicht beunruhigen, erspielte sich Raumvorteil, ließ nichts zu und spielte dann remis.

Durch diesen 4,5 : 3,5 – Sieg ist das Thema Abstieg für diese Saison endgültig kein Thema mehr und wir können die letzten drei Runden sorgenfrei aufspielen (z.B. in drei Wochen gegen Uetersen). Doch nicht nur das: Nach einer Niederlage der SF Burg sind wir bis auf einen Punkt an den Tabellenführer (Burg) herangerückt. Der Zweite Itzehoe hat auch nur 2,5 Brettpunkte mehr als wir. Der Kampf um die Meisterschaft ist also wieder spannend geworden. Die weiteren Ergebnisse und die aktuelle Tabelle gibt es wie immer beim Ergebnisdienst des Schachverbands.

Sören Koop

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