DSOL, Runde 7 – ein Rückschlag

Vorbemerkung:
Vereinsabend findet unter Auflagen wieder statt, siehe Artikel vom 1. Juli.

Gestern Abend spielten wir im Anschluss an die Jahreshauptversammlung die 7. Runde der DSOL gegen den SC Kreuzberg. Eigentlich war geplant, dass Jens, ich, Michael und Stephan spielen. Doch um 18 Uhr rief Jens per Festnetz aus dem Urlaub an und berichtete, dass er sein Handy verloren habe, sodass er nicht mitspielen könne. Zum Glück erklärte sich Wolfgang bereit, kurzfristig nachgemeldet zu werden und mitzuspielen. Nachdem einige Passwortschwierigkeiten überwunden waren, konnten wir dann in der Aufstellung ich, Michael, Stephan und Wolfgang die wichtige Begegnung (wir mussten punkten, um den zweiten Platz zu halten) starten. Wer will kann nun wieder an kritischen Stellungen grübeln, ehe er weiterliest. Oben links hat Michael Schwarz und ist am Zug, in der Mitte oben bin ich Weiß und am Zug, oben rechts hat Stephan am Zug Schwarz, unten links hat Wolfgang am Zug Weiß und unten rechts ist eine Dopplung von Michaels Partie (Endstellung), die ich nicht löschen kann.

Lange Zeit entwickelte sich ein unklarer Mannschaftskampf bei dem wir weniger durch die Züge unserer Gegner sondern vielmehr durch die Raumtemperaturen wortwörtlich ins Schwitzen gerieten (wobei die Gegner daran vielleicht auch einen Anteil hatten). Bedingt durch die Hitze (?) patzte zuerst Wolfgang, indem er in der Stellung unten links 1. Tad1 zog. Nach 1. … Dxd2 2. Txd2 Lxf4 war dann eine Figur und damit auch recht bald die Partie weg. Einige Zeit später beging auch Stephan in schon unangenehmerer / schlechterer Stellung den entscheidenden Fehler und zog 1. …Ta5 und gab nach 2. Df8+ auf.

Michael und ich mussten also gewinnen und hatten auch aussichtsreiche Turmendspiele erreicht. Mich kostete ein Verklicker (wenn es das Wort gibt) ein ganzes Tempo und damit auch den Großteil meines Vorteils (ob der zum Gewinn gereicht hätte, weiß ich allerdings nicht). In obiger Stellung (Mitte) überlegte ich an 1. Td6 oder 1. Td8+ Kf7 2. Td7+ um den a-Bauern zu gewinnen. In Zeitnot und unter Hitzeeinfluss wollte ich letzteren Zug schon fast spielen, bis mir auffiel, dass 2. …Te7 den a-Bauern einfach rettet. Nun wollte ich eigentlich 1. Td6 spielen, wollte aber prüfen, ob mir hier nicht auch etwas entgangen war und wollte den schon angeklickten Turm wieder auf sein Ausgangsfeld setzen. Irgendwie ließ ich aber auf d3 anstatt auf d1 los und schon war dieser sinnlose Zug (1. Td3) ausgeführt. In der Folge hatte ich vielleicht trotzdem noch Vorteil (?), erlangte einen Freibauern und brachte diesen durch, sodass mein Gegner seinen Turm dafür opfern musste. Doch leider reichte dies nicht, da mein Gegner ebenfalls einen Freibauern auf der zweiten Reihe hatte. Ich musste mich mit Mehrturm mit Dauerschach zufrieden geben (das Bauernendspiel wäre nämlich sogar verloren gewesen). Auch Michaels Partie sah vielversprechend aus, wobei ich auch hier die Varianten nicht mit dem Rechner geprüft habe. Michael spielte in Zeitnot 1. … fxe3 2. fxe3 f4 3. exf4 e3 4. Tf5 Ke4 5. Txe5+ Kxf4. In der Folge erlangte Michael ebenfalls zuerst eine Dame, sodass sein Gegner den Turm opfern musste. Wie bei mir hatte der Gegner aber auch einen vom König unterstützten Freibauern schon sehr weit nach vorne gebracht, sodass auch hier nicht mehr als ein Remis möglich war.

Damit hat Kreuzberg dankend unsere „Geschenke“ angenommen, verdient mit 3:1 gewonnen und uns vom zweiten Platz verdrängt. Für mich überraschend sind wir trotz der Niederlage sogar noch auf dem (undankbaren) dritten Platz, der aber nicht mehr für die Qualifikation zur KO-Runde reicht. Kreuzberg ist punktgleich mit uns, hat aber deutlich mehr Brettpunkte. Die Situation vor der letzten Runde, dem Nachholspiel aus Runde 2, ist nun einfach (siehe Tabelle und Ergebnisse auf der Seite der DSOL): Wir müssen gewinnen; wenn Kreuzberg dann nicht gewinnen sollte, könnten wir den zweiten Platz und damit die Qualifikation wieder erreichen. Die Wahrscheinlichkeit hierfür halte ich aber nicht für allzu groß (das Ligaorakel gibt uns immerhin noch eine Chance von 33,9 Prozent). Aber selbst wenn wir uns nicht qualifizieren sollten, hat mir die Online-Liga überwiegend (mit Ausnahme von Runde 1) Spaß gemacht, wobei der Höhepunkt gestern war, dass wir mal alle am selben Ort und nicht von zu Hause aus gespielt haben (siehe Bild unten) – ein gleichwertiger Ersatz für „richtiges“ (analoges) Schach sind die Online-Spiele dabei aber freilich nicht (mir fehlt z.B. komplett die Atmosphäre).

Sören Koop

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