Verbandsliga A, Runde 4 – Offen bis zum Schluss

Weiß am Zug

Weiß am Zug

Nach einem Saisonstart zum Vergessen (1 Brettpunkt aus drei Spielen!) haben sich vor dem Spiel der vierten Runde gegen Burg zwei Gefühle bzw. Gedanken bei mir breit gemacht: Es kann nur besser werden und nach diesem Start ist sowieso schon fast alles egal (dieser Fatalismus wirkte bei mir dann tatsächlich eher befreiend).

Vielleicht ging es allen in unserer Mannschaft ähnlich, denn das Spiel war lange Zeit offen. Zwar verlor Börge (Brett 3) recht früh, doch Burg konnte diese Führung lange Zeit nicht weiter ausbauen und nach und nach endeten die Partien von Michael (Brett 2), Yorrick (Brett 4), Matthias (Brett 5) und Clemens (Brett 6) mit Remis, sodass die Spannung stieg. Da ich sehr von meiner Partie beansprucht war, kann ich zu den einzelnen Partien inhaltlich leider nichts sagen. Dann verlor Nicole (Brett 8), was schon fast die Vorentscheidung war. Aber auch nur fast: Die Eröffnung hatte ich (Brett 1) zwar verkorkst, doch im Mittelspiel wählte mein Gegner eine Abwicklung, die doch nicht so durchschlagend wie auf den ersten Blick war. Es entstand die Stellung aus der Aufgabe, in welcher mein Gegner mit 1. Sd3 fortsetzte, worauf ich mit 1. … Ld4+ antwortete. Meine einst geschlossene, passive, schlechte Stellung hatte sich plötzlich in eine offene, scharfe, unausgeglichene Stellung mit ungefähr gleichen Chancen verwandelt. Ab diesem Punkt kippte die Partie immer mehr zu meinen Gunsten, bis ich zum erfolgreichen Mattangriff ansetzen konnte. Mit einem Computerzug hätte Weiß aber etwas Vorteil behalten können (Lösung der Aufgabe): 1. Se4! fxe4 2. Sxf6 (direkt 1. Sxf6 scheitert an 1. … Dxd2) Dxf6 3. Dxd7+. Beim Stand von 3:4 hing nun alles an der Partie von Werner (Brett 7). Vom genauen Partieverlauf habe ich nichts mitbekommen, am Ende war es aber leider eine verlorene Partie, sodass wir verdient mit 3:5 verloren haben.

Erstaunlich ist, dass ich angesichts des bisherigen Saisonverlaufs sogar Freude an dieser Niederlage empfinden konnte. Denn vor dem Spiel hatte ich zehn Zusagen (und nicht etwa Absagen) und außerdem war das Spiel lange (zumindest gefühlt) offen. Auf der Meta-Ebene stimmt es mich jedoch wieder pessimistisch, wenn ich mich nun schon an einer 3:5-Niederlage erfreue. Harren wir also der Dinge, die da noch kommen. Die Tabelle und weiteren Ergebnisse gibt es wie immer beim Ergebnisdienst.

Sören Koop